{"id":70,"date":"2021-01-20T12:26:50","date_gmt":"2021-01-20T11:26:50","guid":{"rendered":"http:\/\/thorcat.de\/blog\/?p=70"},"modified":"2021-01-20T12:27:08","modified_gmt":"2021-01-20T11:27:08","slug":"die-sache-mit-dem-staudruck-und-auspufftoepfen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/thorcat.de\/blog\/2021\/01\/20\/die-sache-mit-dem-staudruck-und-auspufftoepfen\/","title":{"rendered":"Die Sache mit dem Staudruck \u2013 und Auspufft\u00f6pfen."},"content":{"rendered":"\n<p>Die Sache mit dem Staudruck \u2013 und Auspufft\u00f6pfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Seit 2017 baut selbst HD keine Klappensysteme mehr in die Kr\u00fcmmeranlagen ein. Dies zum einen, weil der Gesetzgeber es mit der Einf\u00fchrung der Euro 4 Stufe vom Hersteller so fordert, zum anderen, weil die Anlagen inzwischen sehr genau abgestimmt werden m\u00fcssen, um die strengen Anforderungen zu beherrschen. Nur eine nicht ver\u00e4nderbare Auspuffanlage l\u00e4sst sich auf Harleys perfekt abstimmen. Nat\u00fcrlich sind im Rennsport und zu anderen Zeiten auch ganz andere Dinge m\u00f6glich gewesen, aber darum geht es hier auch nicht wirklich. Auch die hier angesprochenen Resonanzen unterscheiden sich gravierend von denen, die f\u00fcr einen Zweitakter essentiell w\u00e4ren.<\/p>\n\n\n\n<p>Es geht hier darum, zu zeigen, warum es nicht funktionieren kann, mittels Klappensystemen in Endt\u00f6pfen auf Kr\u00fcmmeranlagen mit Interferenzrohren oder Kammern zu arbeiten. Egal, ob es nun originale Kr\u00fcmmer oder Zubeh\u00f6rkr\u00fcmmer sind. Sogar mit zwei einzelnen Rohren w\u00e4re es \u00e4hnlich. Die schwingende Gass\u00e4ule im Abgassystem ist empfindlich. Aber zun\u00e4chst mal zu den erstgenannten Kr\u00fcmmern mit Interferenzrohren.<\/p>\n\n\n\n<p>Bild 1. zeigt eine originale K\u00fcmmeranlage mit Interferenzverbindung und Serienendt\u00f6pfen oder zumindest einem Statischen System. Jede Harley-Davidson seit 2017 hat dieses Konstruktionsprinzip. Die Anlage ist so konstruiert, das die Staudruck-Verh\u00e4ltnisse in den Anlage bestimmte Werte nicht \u00fcberschreiten. Die pulsierende Gass\u00e4ule des Abgasstroms erzeugt an bestimmten, vorausberechneten Punkten interferrierende Druckwellen, sogenannte \u201eHotspots\u201c. Im ersten Hotspot sitzten \u00fcblicherweise die Lambdasonden im Kr\u00fcmmer. Dies ist der beste Punkt, um die n\u00f6tigen Daten f\u00fcr die Berechnung der Gemischbildung zu sammeln. Im Entstehungspunkt zweiten \u201eHotspot\u201c sitzt das Interferenzrohr. Da die Hotspots u.a. durch Druckwellen emmitiert werden, findet ganau hier auch der Druckausgleich zwischen den beiden Kr\u00fcmmern statt. Dadurch entsteht ein runderer Motorlauf bei gleichzeitig niedrigeren Emmissionen und zus\u00e4tzlich Drehmoment. Die Anlage ist \u00fcber das gesamte Drehzahlband so konzipiert worden, dass jeweils die besten Werte erreicht werden. Langlebigkeit, Drehmoment und letztlich Sound sind wichtig . Nat\u00fcrlich muss der Hersteller s\u00e4mtliche Gesetzlichen Anforderungen erf\u00fcllen.<\/p>\n\n\n\n<p>Bild 2. zeigt eine Kr\u00fcmmeranlage mit Interferenzrohr und Auspufft\u00f6pfen mit Klappensystem. Es spielt zun\u00e4chst keine Rolle, ob originale Kr\u00fcmmeranlage oder eine aus dem Zubeh\u00f6r. Die Klappen sind geschlossen. Der Staudruck in der Gesamten Anlage ist durch die geschlossenen Klappen h\u00f6her als bei einem Serientopf, der Resonanzpunkt an der Klappe, wo die Druckwelle des Abgas auftrifft ist ebenfalls anders positioniert als bei dem Serienauspuff. Damit verschieben sich die gesamten Druckverh\u00e4ltnisse in der gesamten Anlage und somit auch die der \u201eHotspots\u201c, also der Druckfronten. Diese wandern n\u00e4mlich Richtung Zylinder zur\u00fcck, weg von der idealen Messposition der Lambdasonden, weg vom Interferenzrohr. Der zweite Hotspot und dessen Druckwelle kann die Interferenzverbindung nicht mehr nutzen, da auch er verschoben ist. Die Folgen sind sofort sp\u00fcrbar. Es entsteht zwar im unteren Drehzahlband zun\u00e4chst etwas mehr Drehmoment, der Motor l\u00e4uft etwas smother, aber auch schon direkt heisser. Die Lambdasonden messen nicht mehr im optimalen Bereich und das Benzingemisch wird sich ggf. abmagern, was zu weiterer Hitze f\u00fchren wird. Der Abgasdruck erh\u00f6ht sich sehr schnell mit steigender Drehzahl, der Motor arbeitet gegen sich selbst und verliert Leistung. Die Gefahr eines Motorschadens ist gegeben.<\/p>\n\n\n\n<p>Bild 3. zeigt wiederum eine Kr\u00fcmmeranlage mit Interferenzrohr und Auspufft\u00f6pfen mit Klappensystem. Es spielt auch hier zun\u00e4chst keine Rolle, ob originale Kr\u00fcmmeranlage oder eine aus dem Zubeh\u00f6r. Die Klappen sind offen. Der Staudruck in der Gesamten Anlage ist durch die geschlossenen Klappen ganz erheblich niedriger als bei einem Serientopf, der Resonanzpunkt an der Klappe, wo die Druckwelle des Abgas auftrifft ist quasi weg, anders als bei dem Serienauspuff. Damit verschieben sich die gesamten Druckverh\u00e4ltnisse in der gesamten Anlage und somit auch die der \u201eHotspots\u201c, also der Druckfronten. Diese wandern in Richtung Endt\u00f6pfe, weg von der idealen Messposition der Lambdasonden, weg vom Interferenzrohr. Der zweite Hotspot und dessen Druckwelle kann die Interferenzverbindung auch nicht mehr nutzen, da auch er verschoben ist. Die Folgen sind sofort sp\u00fcrbar. Es entsteht im unteren und mittleren Drehzahlband ein Drehmoment-Verlust, der Motor l\u00e4uft zwar etwas freier hoch, aber auch rauher. Der h\u00f6here Dezibelwert vermittelt zumindest akustisch Leistung, wo sie tats\u00e4chlich fehlt. Die Lambdasonden messen nicht mehr im optimalen Bereich und durch den fehlenden Staudruck wird es auch nicht mehr m\u00f6glich, dies zu kompensieren. Das Benzingemisch magert ab, es ist mehr unverbrannter Sauerstoff im Abgas und das wird heisser. Die Gefahr eines Motorschadens ist auch hier gegeben.<\/p>\n\n\n\n<p><br>Kompensiert wird das, zumindest in der offenen Klappenstellung, durch das unabdingliche, nachtr\u00e4gliche Mappen der Einpritzanlage, \u00fcblicherweise mit angereichertem Gemisch. Rechtlich ist es nat\u00fcrlich bedenklich, die Map zu ver\u00e4ndern, aber zumindest dann kann man dann Leistung und Drehmoment halten, solang die Klappe offen ist. Moderne Systeme steuern die Klappe aber elektronisch, zumindest dann, wenn es der Besitzer erlaubt. Da das HD-Steuerger\u00e4t aber nur eine einzige Map beherrscht und keine verschiedenen, f\u00fcr jede einzelne Klappenstellung n\u00f6tige Maps und auch \u00fcber keine dazu n\u00f6tigen Sensorik verf\u00fcgt, l\u00e4uft das Auspuff-System gr\u00f6\u00dftenteils suboptimal. Nur offen rennts gut, aber eben auch laut, sehr laut.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn eben Sound auch Design und Leistung z\u00e4hlt, ist eine statische Anlage faktisch immer noch das beste, um maximale Werte legal aus allen Bereichen herauszukitzeln.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Sache mit dem Staudruck \u2013 und Auspufft\u00f6pfen. Seit 2017 baut selbst HD keine Klappensysteme mehr in die Kr\u00fcmmeranlagen ein. 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